ErkrankungenICD-10: F41Mittelschwer

    Angststörung

    Eine Angststörung liegt vor, wenn Ängste und Sorgen über das übliche Maß hinausgehen, kaum kontrollierbar sind und den Alltag spürbar beeinträchtigen. Die häufigste Form ist die generalisierte Angststörung mit andauernden, unbegründeten Sorgen.

    Angststörung

    Was ist eine Angststörung?

    Bei einer Angststörung gehen Ängste und Sorgen deutlich über das normale Maß hinaus: Sie sind kaum kontrollierbar, betreffen viele Lebensbereiche gleichzeitig und schränken den Alltag ein. Die häufigste Form ist die generalisierte Angststörung (GAS) – anhaltende, wirklichkeitsferne und übertriebene Befürchtungen ohne konkreten Anlass. Andere Formen wie die Panikstörung können zusammen mit einer generalisierten Angststörung oder einer Depression auftreten.

    Wie häufig ist eine Angststörung?

    Etwa 5 Prozent aller Menschen erhalten im Laufe ihres Lebens die Diagnose einer generalisierten Angststörung. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Störung beginnt meist im mittleren Erwachsenenalter, kann aber auch bereits im Kindesalter oder erst im höheren Alter auftreten.

    Wie verläuft eine Angststörung?

    Ohne Behandlung dauert eine generalisierte Angststörung häufig viele Monate oder sogar Jahre. Nach zwei Jahren hat etwa ein Viertel der Betroffenen die Angststörung überwunden. Eine frühzeitige Behandlung kann den Verlauf spürbar verkürzen und die Beschwerden lindern.

    Symptome

    • Anhaltende, kaum kontrollierbare Sorgen über verschiedene Lebensbereiche, oft ohne konkreten Anlass
    • Herzklopfen oder Herzrasen
    • Zittern und Schwitzen
    • Muskelverspannungen
    • Schwindel
    • Magen-Darm-Beschwerden
    • Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen
    • Erschöpfung und Müdigkeit

    Ursachen

    • Belastende Erfahrungen in der Kindheit oder einschneidende Verluste
    • Familiäre Veranlagung – Angststörungen kommen in manchen Familien gehäuft vor
    • Schwere Lebenskrisen oder anhaltende starke Belastung, zum Beispiel im Beruf
    • Häufiges gemeinsames Auftreten mit einer Depression oder einer Panikstörung
    • Bei einem Teil der Betroffenen lässt sich keine erkennbare Ursache finden

    Risikofaktoren

    • Weibliches Geschlecht (etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer)
    • Angststörungen oder andere psychische Erkrankungen in der Familie
    • Anhaltender Stress oder starke berufliche beziehungsweise private Belastung
    • Einschneidende Lebenskrisen oder Verlusterfahrungen
    • Gleichzeitiges Vorliegen einer Depression oder Panikstörung

    Diagnose

    Eine generalisierte Angststörung wird diagnostiziert, wenn die Sorgen an den meisten Tagen über mindestens sechs Monate bestehen, kaum kontrollierbar sind, den Alltag deutlich beeinträchtigen und mindestens drei der genannten körperlichen Beschwerden hinzukommen. Grundlage ist in der Regel ein ausführliches ärztliches oder psychotherapeutisches Gespräch; die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle.

    Behandlung

    • Kognitive Verhaltenstherapie
    • Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training
    • Antidepressiva
    • Pflanzliche Beruhigungsmittel auf Baldrian- oder Kamillebasis
    • Selbsthilfegruppen zum Austausch mit anderen Betroffenen

    Wann zum Arzt?

    Wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis oder eine Psychotherapeutin bzw. einen Psychotherapeuten, wenn Ängste und Sorgen über Wochen anhalten, sich nicht mehr kontrollieren lassen oder Alltag, Beruf und soziale Kontakte spürbar einschränken. Bei akuten Krisen, Suizidgedanken oder wenn Sie sich selbst in Gefahr sehen, wählen Sie sofort den Notruf 112 oder wenden Sie sich rund um die Uhr kostenfrei und anonym an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111.

    Quellen

    1. 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Generalisierte Angststörung, gesund.bund.de. gesund.bund.de/generalisierte-angststoerung
    2. 2IQWiG: Generalisierte Angststörung, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/generalisierte-angststoerung.html
    3. 3BfArM: ICD-10-GM Version 2026, F41 – Andere Angststörungen (F41.1 – Generalisierte Angststörung).
    4. 4Telefonseelsorge Deutschland: bundesweite, kostenfreie und anonyme Rufnummern 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222 sowie 116123, telefonseelsorge.de.

    Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.