Bronchitis
Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchien, die sich meist als hartnäckiger Husten zeigt. Die häufige akute Form heilt in der Regel von selbst aus, während ein über Monate anhaltender Husten auf eine chronische Bronchitis hindeuten kann.

Was ist Bronchitis?
Eine Bronchitis ist eine Entzündung der unteren Atemwege, der Bronchien. Bei der weitaus häufigeren akuten Bronchitis ist die Entzündung vorübergehend: Auslöser sind meist Erkältungs- oder Grippeviren, die über die Atemluft bis in die Bronchien gelangen, sich in der Schleimhaut festsetzen und vermehren. Die Schleimhaut reagiert mit einer Entzündung, wird stärker durchblutet und schwillt an – der Körper produziert mehr Schleim, um Erreger und abgestorbene Zellen abzuhusten.
Wie häufig ist akute Bronchitis?
Jährlich gehen etwa 5 von 100 Menschen wegen einer akuten Bronchitis in eine Arztpraxis, die meisten davon im Herbst und Winter. In den allermeisten Fällen sind Viren die Ursache, deutlich seltener stecken Bakterien oder eingeatmete Schadstoffe dahinter.
Akute oder chronische Bronchitis?
Bei einer akuten Bronchitis klingen die Atemwegsbeschwerden meist innerhalb weniger Tage ab, der Husten selbst kann aber mehrere Wochen anhalten. Hält der Husten länger als 8 Wochen an, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Bleibt ein Husten über Monate bestehen, spricht das eher für eine chronische Bronchitis, die häufig mit Rauchen zusammenhängt und sich zu einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) weiterentwickeln kann.
Symptome
- Zunächst trockener Reizhusten
- Später Husten mit weißlichem bis gelb-grünlichem Auswurf
- Husten tritt häufig nachts verstärkt auf und stört den Schlaf
- Schmerzen hinter dem Brustbein durch häufiges Husten
- Leichtes Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und Heiserkeit bei begleitender Erkältung
Ursachen
- Meist Viren, etwa Erkältungs- oder Grippeviren
- Deutlich seltener Bakterien
- Selten eingeatmete Schadstoffe wie Rauch oder Reizstoffe am Arbeitsplatz
- Übertragung durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen
Risikofaktoren
- Kontakt zu Personen mit einer Atemwegsinfektion
- Rauchen
- Belastung durch Reizstoffe oder Schadstoffe am Arbeitsplatz
- Bestehende COPD (Risiko einer Verschlechterung)
- Geschwächtes Immunsystem oder chronische Herz-/Lungenerkrankung (höheres Risiko für eine Lungenentzündung als Komplikation)
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt erfragt Dauer, Charakter und Begleitsymptome des Hustens und hört bei der körperlichen Untersuchung mit dem Stethoskop Lunge und Herz ab. Weitere Untersuchungen wie ein Röntgenbild oder Blutuntersuchungen sind nur nötig, wenn andere Erkrankungen wie eine Lungenentzündung ausgeschlossen werden sollen.
Behandlung
- Heilt bei den meisten Menschen von selbst aus, ohne dass Medikamente nötig sind
- Körperliche Schonung und warme Getränke
- Schmerz- und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen
- Hustenstiller nur kurzzeitig und nur bei trockenem, quälendem Reizhusten mit gestörtem Schlaf
- Antibiotika werden bei akuter Bronchitis in der Regel nicht empfohlen, da meist Viren die Ursache sind
Vorbeugung
- Regelmäßiges Händewaschen
- Nicht mit den Fingern ins Gesicht fassen
- In die Armbeuge husten oder niesen und Taschentücher sofort entsorgen
- Abstand zu Erkrankten halten und auf Händeschütteln oder Umarmungen verzichten
- Bei eigener Erkrankung möglichst zu Hause bleiben
Wann zum Arzt?
Ärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn der Husten länger als 8 Wochen anhält, sehr hohes Fieber auftritt oder das Fieber nach einer fieberfreien Phase zurückkehrt. Auch starkes Krankheitsgefühl mit Schüttelfrost und Nachtschweiß, blutiger Auswurf oder zunehmende Atemnot mit auffälligen Atemgeräuschen sind Warnzeichen, die zeitnah ärztlich abgeklärt werden sollten.
Quellen
- 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Akute Bronchitis, gesund.bund.de. gesund.bund.de/akute-bronchitis
- 2IQWiG: Akute Bronchitis, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/akute-bronchitis.html
- 3BfArM: ICD-10-GM Version 2026, J20 – Akute Bronchitis.
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.