ErkrankungenICD-10: J44Schwer

    COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

    COPD ist eine chronische Lungenerkrankung, bei der die Atemwege dauerhaft verengt und das Lungengewebe geschädigt ist. Typische Beschwerden sind Husten, Auswurf und zunehmende Atemnot.

    COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

    Was ist COPD?

    COPD steht für „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“ (englisch: chronic obstructive pulmonary disease). Dabei ist die Lunge dauerhaft geschädigt und die Atemwege (Bronchien) sind verengt. Die Erkrankung entwickelt sich meist über viele Jahre langsam. Schätzungen zufolge sind etwa 5 bis 10 von 100 Menschen über 40 Jahren betroffen; Männer erkranken deutlich häufiger als Frauen.

    Wie entsteht COPD?

    Wichtigste Ursache ist das Rauchen. Dauerhaft eingeatmete Schadstoffe entzünden die Bronchien und zerstören nach und nach das Lungengewebe. Dabei können sich die Lungenbläschen überblähen (Lungenemphysem), wodurch der Gasaustausch schlechter wird. Seltener spielen berufliche Staub- und Schadstoffbelastung oder ein erblicher Alpha-1-Antitrypsin-Mangel eine Rolle.

    Exazerbationen

    Bei einer COPD kann es zu Exazerbationen kommen – plötzlichen, deutlichen Verschlechterungen mit akuter Atemnot sowie mehr Husten und Auswurf. Sie können gefährlich sein und erfordern oft eine rasche Behandlung.

    Symptome

    • Täglicher, anhaltender Husten
    • Auswurf (Abhusten von Schleim)
    • Atemnot, anfangs nur bei Belastung, später auch in Ruhe
    • Pfeifende oder brummende Atemgeräusche
    • Nachlassende körperliche Belastbarkeit

    Ursachen

    • Langjähriges Rauchen (Hauptursache)
    • Chronische Entzündung der Bronchien mit Schädigung der Atemwege
    • Überblähung und Abbau von Lungengewebe (Lungenemphysem)
    • Berufliche Belastung durch Staub und Gase
    • Erblicher Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (bei etwa 1 bis 2 von 100 Erkrankten)

    Risikofaktoren

    • Rauchen sowie Passivrauchen
    • Höheres Lebensalter (meist ab 40 Jahren)
    • Berufliche Staub-, Rauch- und Schadstoffbelastung
    • Luftverschmutzung
    • Alpha-1-Antitrypsin-Mangel in der Familie

    Diagnose

    Wichtigste Untersuchung ist ein Lungenfunktionstest (Spirometrie), der die Verengung der Atemwege misst. Ergänzend können eine körperliche Untersuchung, Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren erfolgen, um andere Erkrankungen wie Asthma, Herzschwäche oder Lungenkrebs auszuschließen.

    Behandlung

    • Rauchstopp – die wichtigste Maßnahme, um das Fortschreiten zu bremsen
    • Bronchien erweiternde Medikamente (Bronchodilatatoren) zum Inhalieren
    • Entzündungshemmende inhalative Kortikosteroide bei bestimmten Verläufen
    • Lungensport, Atemübungen und pneumologische Rehabilitation
    • Sauerstoff-Langzeittherapie in fortgeschrittenen Stadien
    • Strukturierte Behandlungsprogramme (Disease-Management-Programme, DMP)

    Vorbeugung

    • Nicht rauchen – der wirksamste Schutz vor COPD
    • Belastung durch Staub, Rauch und Schadstoffe – auch am Arbeitsplatz – möglichst vermeiden

    Wann zum Arzt?

    Anhaltender Husten mit Auswurf und Atemnot bei Belastung sollten ärztlich abgeklärt werden – je früher, desto besser lässt sich das Fortschreiten bremsen. Eine plötzliche, starke Verschlechterung mit zunehmender Atemnot, Fieber oder verfärbtem Auswurf (Exazerbation) braucht rasche ärztliche Hilfe; bei akuter, schwerer Luftnot den Notruf 112 wählen.

    Quellen

    1. 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: COPD, gesund.bund.de. gesund.bund.de/chronisch-obstruktive-lungenerkrankung-copd
    2. 2IQWiG: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/chronisch-obstruktive-lungenerkrankung-copd.html
    3. 3BfArM: ICD-10-GM Version 2026, J44 – Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit.

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    Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.