ErkrankungenICD-10: F32/F33Schwer

    Depression

    Eine Depression ist eine ernste, aber gut behandelbare psychische Erkrankung. Kennzeichnend sind anhaltend gedrückte Stimmung, Freud- und Interesselosigkeit sowie Antriebsmangel über Wochen.

    Depression

    Was ist eine Depression?

    Eine Depression ist mehr als vorübergehende Traurigkeit. Bei einer depressiven Episode halten niedergeschlagene Stimmung und negative Gedanken über Wochen an und bestimmen das ganze Leben. Schätzungen zufolge erkranken 16 bis 20 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an einer Depression. Frauen und ältere Menschen sind häufiger betroffen.

    Wie entsteht eine Depression?

    Eine Depression hat meist mehrere Ursachen, die zusammenwirken. Dazu zählen eine erbliche Veranlagung, belastende Lebenserfahrungen und Ereignisse sowie körperliche Erkrankungen und Veränderungen im Gehirnstoffwechsel. Auch dauerhafte Belastung, Einsamkeit oder Lichtmangel in den dunklen Monaten können eine Rolle spielen.

    Gut behandelbar

    Eine Depression ist eine Erkrankung, keine persönliche Schwäche – und sie lässt sich gut behandeln. Wichtig ist, sich frühzeitig Hilfe zu holen. Mit Psychotherapie, Medikamenten oder einer Kombination aus beidem bessern sich die Beschwerden bei den meisten Menschen deutlich.

    Symptome

    • Gedrückte, niedergeschlagene Stimmung über längere Zeit
    • Verlust von Freude und Interesse an Dingen, die früher wichtig waren
    • Antriebsmangel und schnelle Erschöpfung, oft schon nach kleinen Anstrengungen
    • Schlafstörungen und Appetitveränderungen
    • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
    • Vermindertes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle und Hoffnungslosigkeit
    • Innere Unruhe sowie körperliche Beschwerden (z. B. Magen-Darm-Probleme)
    • Gedanken, nicht mehr leben zu wollen (Suizidgedanken)

    Ursachen

    • Erbliche Veranlagung (Depression tritt in manchen Familien gehäuft auf)
    • Belastende Erfahrungen wie Missbrauch, Vernachlässigung, Verlust oder Trennung
    • Andere psychische Erkrankungen
    • Körperliche Erkrankungen (z. B. Schlaganfall, Herzinfarkt, Schilddrüsenstörungen)
    • Veränderungen im Botenstoffwechsel des Gehirns
    • Lichtmangel in den Herbst- und Wintermonaten

    Risikofaktoren

    • Depressionen oder andere psychische Erkrankungen in der Familie
    • Anhaltender Stress, Überlastung und schwierige Lebensumstände
    • Einsamkeit und geringe soziale Unterstützung
    • Niedriges Einkommen
    • Schwere körperliche Erkrankungen

    Diagnose

    Für die Diagnose einer Depression müssen mehrere Haupt- und Zusatzsymptome über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen bestehen. Ärztinnen und Ärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten erfassen die Beschwerden im Gespräch, oft mithilfe von Fragebögen, und schließen körperliche Ursachen aus.

    Behandlung

    • Psychotherapie, zum Beispiel kognitive Verhaltenstherapie
    • Antidepressiva (Medikamente gegen Depression)
    • Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten
    • Beratungsangebote, Selbsthilfegruppen und Psychoedukation
    • Bewegungs- und Sporttherapie
    • Ergänzende Verfahren wie Online-Programme oder Neurostimulation

    Wann zum Arzt?

    Halten niedergeschlagene Stimmung, Freudlosigkeit oder Antriebsmangel länger als zwei Wochen an, sollte professionelle Hilfe gesucht werden – je früher, desto besser. Bei Suizidgedanken ist es besonders wichtig, sofort Unterstützung zu holen: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar. Besteht akute Gefahr, sofort den Notruf 112 wählen.

    Quellen

    1. 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Depression, gesund.bund.de. gesund.bund.de/depression
    2. 2IQWiG: Depression, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/depression.html
    3. 3TelefonSeelsorge Deutschland: Telefonische Beratung, kostenfrei und rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. www.telefonseelsorge.de/telefon/
    4. 4BfArM: ICD-10-GM Version 2026, F32 – Depressive Episode / F33 – Rezidivierende depressive Störung.

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    Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.