ErkrankungenICD-10: K29Mittelschwer

    Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

    Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut, die akut oder chronisch verlaufen kann. Häufigste Auslöser sind eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori oder die regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel.

    Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

    Was ist Gastritis?

    Die Magenschleimhaut schützt die Magenwand vor Magensäure und Krankheitserregern. Wird diese Schutzschicht gereizt oder geschädigt, entsteht eine Entzündung – die Gastritis (Magenschleimhautentzündung). Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Verlaufsform.

    Akute und chronische Verlaufsform

    Eine akute Gastritis verursacht meist deutliche Beschwerden, die in der Regel innerhalb weniger Tage abklingen. Eine chronische Gastritis verläuft dagegen häufig ohne typische Symptome und bleibt lange unbemerkt – sie kann die Magenschleimhaut aber über Jahre hinweg schädigen.

    Wie häufig ist Gastritis?

    Schätzungen zufolge bekommen etwa 20 von 100 Menschen in Deutschland im Laufe ihres Lebens eine akute Gastritis. Das Risiko steigt mit dem Alter: Bei Frauen tritt sie meist zwischen dem 45. und 64. Lebensjahr auf, bei Männern häufiger nach dem 65. Lebensjahr.

    Die Rolle von Helicobacter pylori

    Das Bakterium Helicobacter pylori zählt zu den häufigsten Ursachen einer Gastritis. Schätzungsweise 40 von 100 Menschen tragen den Keim in sich, meist seit der Kindheit – übertragen etwa über Speichel, Stuhl oder verunreinigtes Trinkwasser. Von ihnen entwickeln aber nur 4 bis 8 von 100 tatsächlich eine Gastritis oder ein Magen- beziehungsweise Zwölffingerdarmgeschwür.

    Symptome

    • Magenschmerzen
    • Völlegefühl
    • Blähungen
    • Sodbrennen
    • Übelkeit, manchmal mit Erbrechen
    • Aufstoßen
    • Appetitlosigkeit
    • Aufgeblähter Bauch

    Ursachen

    • Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori
    • Regelmäßige Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel (NSAR) wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen
    • Hoher Alkoholkonsum
    • Rückfluss von Gallenflüssigkeit in den Magen (selten)

    Risikofaktoren

    • Rauchen
    • Chronischer Stress
    • Fettreiche oder stark gewürzte Ernährung
    • Höheres Lebensalter
    • Regelmäßige Einnahme von NSAR bei bereits erhöhtem Risiko für Magengeschwüre

    Diagnose

    Der Arzt oder die Ärztin erhebt zunächst die Krankengeschichte, fragt nach Beschwerden und eingenommenen Medikamenten und tastet den Bauch ab. Bei Verdacht auf eine Gastritis kann eine Magenspiegelung (Gastroskopie) erfolgen, die 5 bis 10 Minuten dauert und eine direkte Untersuchung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm sowie eine Gewebeentnahme (Biopsie) ermöglicht. Zusätzlich kann ein Test auf Helicobacter pylori durchgeführt werden, etwa per Atemtest, Bluttest oder Stuhluntersuchung. Entnommene Gewebeproben werden auch auf bösartige Veränderungen untersucht.

    Behandlung

    • Verzicht auf Alkohol und Nikotin
    • Schonkost, z. B. Zwieback oder Haferschleim, sowie Verzicht auf Kaffee, fettige oder scharfe Speisen
    • Ruhe und Stressabbau
    • Antazida (z. B. Aluminium- oder Magnesiumhydroxid) zur Neutralisierung der Magensäure
    • Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol oder Pantoprazol zur Hemmung der Säureproduktion
    • H2-Rezeptorantagonisten wie Famotidin
    • Bei Helicobacter-pylori-Infektion: Kombination aus PPI, zwei Antibiotika und Wismut über mindestens 10 Tage

    Vorbeugung

    • Bei regelmäßiger NSAR-Einnahme und erhöhtem Geschwür-Risiko: nach ärztlicher Abklärung vorbeugend ein zusätzliches säurehemmendes Medikament einnehmen
    • Alkoholkonsum einschränken
    • Nicht rauchen
    • Stress reduzieren

    Wann zum Arzt?

    Halten die Beschwerden länger als einige Tage an, treten sie wiederholt auf oder verschlimmern sie sich, sollte dies ärztlich abgeklärt werden – unter anderem um andere Ursachen auszuschließen und gegebenenfalls eine Magenspiegelung zu veranlassen. Ein unbehandeltes Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür kann in seltenen Fällen zu ernsthaften Komplikationen wie Blutungen führen; bei Anzeichen einer Blutung – etwa Blut im Erbrochenen oder im Stuhl – ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich. Auch eine chronische Gastritis, die auf Dauer zu einer Blutarmut führen kann, sollte ärztlich abgeklärt werden.

    Quellen

    1. 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Magenschleimhautentzündung (Gastritis), gesund.bund.de. gesund.bund.de/gastritis
    2. 2IQWiG: Magenschleimhautentzündung (Gastritis), gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/magenschleimhautentzuendung-gastritis.html
    3. 3BfArM: ICD-10-GM Version 2026, Code K29 – Gastritis und Duodenitis.

    Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.