Gürtelrose (Herpes Zoster)
Die Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine schmerzhafte Erkrankung, die durch das Wiederaufleben der Windpocken-Viren entsteht. Typisch ist ein einseitiger, oft gürtelförmiger Hautausschlag mit Bläschen.

Was ist Gürtelrose?
Die Gürtelrose (Herpes Zoster) entsteht durch das Varizella-Zoster-Virus – dasselbe Virus, das die Windpocken auslöst. Nach einer Windpocken-Erkrankung verbleiben die Viren lebenslang in den Nervenwurzeln. Lässt die Abwehr des Körpers gegen das Virus nach, können die Viren wieder aktiv werden und die Gürtelrose auslösen. Schätzungen zufolge erkrankt jeder Vierte im Laufe seines Lebens mindestens einmal daran; in Deutschland sind es jährlich mehr als 300.000 Menschen.
Wer ist besonders gefährdet?
Gürtelrose betrifft vor allem Menschen über 50 Jahre. Ein höheres Risiko haben zudem Personen mit geschwächtem Immunsystem, etwa durch bestimmte Erkrankungen oder Medikamente.
Mögliche Komplikationen
Die häufigste Komplikation ist die postherpetische Neuralgie – anhaltende Nervenschmerzen, die nach dem Abheilen des Ausschlags bestehen bleiben, vor allem bei älteren Menschen. Betrifft das Virus Nerven im Gesicht, kann es zu Entzündungen am Auge (mit Gefahr für die Hornhaut) oder am Ohr (mit Hörproblemen, Schwindel oder einer meist vorübergehenden Gesichtslähmung) kommen.
Symptome
- Brennende, stechende oder bohrende Schmerzen, oft schon vor dem Ausschlag
- Missempfindungen wie Kribbeln, Juckreiz oder Taubheitsgefühl
- Einseitiger, häufig gürtelförmiger Hautausschlag mit Rötung
- Kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die nach einigen Tagen verkrusten
- Allgemeine Beschwerden wie Abgeschlagenheit und Fieber
- Selten tritt der typische Hautausschlag gar nicht auf
Ursachen
- Reaktivierung des im Körper ruhenden Varizella-Zoster-Virus (Auslöser der Windpocken)
- Nachlassende Immunabwehr gegen das Virus, etwa im höheren Alter
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahre
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Erkrankungen oder Medikamente)
- Chronische Erkrankungen wie COPD, Asthma, Diabetes mellitus oder chronische Nierenschwäche
- Zustand nach Organtransplantation
- Stress und höheres Lebensalter
Diagnose
Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt meist anhand des typischen einseitigen Hautausschlags mit Bläschen. In unklaren Fällen kann eine Laboruntersuchung von Bläschenflüssigkeit oder einer Blutprobe das Virus nachweisen.
Behandlung
- Antivirale Medikamente (Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir oder Brivudin), am besten innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags
- Wirksame Schmerzbehandlung, bei starken Schmerzen auch mit stärkeren Schmerzmitteln
- Pflege der Hautbläschen, z. B. mit desinfizierenden (antiseptischen) Lösungen
- Kühlende, feuchte Umschläge sowie juckreizlindernde Mittel
Vorbeugung
- Schutzimpfung gegen Gürtelrose mit einem Totimpfstoff (zwei Impfdosen im Abstand von 2 bis 6 Monaten)
- Von der STIKO als Standardimpfung für alle Menschen ab 60 Jahren empfohlen
- Als Indikationsimpfung ab 50 Jahren bei erhöhtem Risiko durch bestimmte Grunderkrankungen empfohlen
- Für Personen ab 18 Jahren mit ausgeprägter Immunschwäche als Indikationsimpfung empfohlen
Wann zum Arzt?
Bei Verdacht auf Gürtelrose sollte rasch ärztlicher Rat eingeholt werden, denn antivirale Medikamente wirken am besten innerhalb der ersten 72 Stunden. Besonders dringend ist ärztliche Hilfe, wenn der Ausschlag im Gesicht auftritt – vor allem nahe Auge, Ohr oder Nase –, da Auge und Gehör Schaden nehmen können. Auch bei starken oder anhaltenden Schmerzen ist eine Behandlung wichtig.
Quellen
- 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Gürtelrose, gesund.bund.de. gesund.bund.de/guertelrose
- 2IQWiG: Gürtelrose, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/guertelrose.html
- 3Robert Koch-Institut (RKI): Schutzimpfung gegen Herpes zoster (Gürtelrose) – Antworten auf häufig gestellte Fragen. www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Herpes_zoster/FAQ_Uebersicht_HZ.html
- 4BfArM: ICD-10-GM Version 2026, B02 – Zoster [Herpes zoster].
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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.