Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist eine chronische Erkrankung, bei der die Pumpleistung des Herzens nachlässt. Typische Folgen sind Atemnot, schnelle Erschöpfung und Wassereinlagerungen in Beinen oder Füßen.

Was ist eine Herzinsuffizienz?
Bei einer Herzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr in der Lage, genügend Blut in den Körper zu pumpen. Dadurch werden Organe und Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt, gleichzeitig staut sich Blut vor dem Herzen zurück. Andere Bezeichnungen für die Erkrankung sind Herzschwäche oder Herzmuskelschwäche.
Wie häufig ist eine Herzinsuffizienz?
Herzinsuffizienz betrifft vor allem ältere Menschen: Mehr als 10 von 100 Menschen über 70 Jahren haben eine Herzschwäche. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.
Wie stark kann eine Herzinsuffizienz ausgeprägt sein?
Die Beschwerden reichen von völliger Beschwerdefreiheit trotz eingeschränkter Herzfunktion in der Bildgebung bis zu Symptomen, die bereits in Ruhe auftreten. Dazwischen liegen Stufen, bei denen Beschwerden erst bei stärkerer beziehungsweise bereits bei leichter Anstrengung im Alltag auftreten.
Akute und chronische Herzinsuffizienz
Eine Herzinsuffizienz kann akut auftreten, etwa im Rahmen eines Herzinfarkts – dann handelt es sich um einen Notfall. Häufiger entwickelt sie sich chronisch über einen längeren Zeitraum. Der Verlauf ist unterschiedlich: Manche Menschen bleiben über Jahre stabil, bei anderen verschlechtert sich die Herzfunktion rascher. Ist die zugrunde liegende Ursache behandelbar, etwa ein unbehandelter Bluthochdruck, kann sich die Herzfunktion auch wieder verbessern.
Symptome
- Kurzatmigkeit und Atemnot, insbesondere bei Anstrengung oder im Liegen
- Erschöpfung und verminderte Leistungsfähigkeit
- Wassereinlagerungen (Ödeme) in Füßen, Knöcheln oder Beinen
- Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen
- Schneller Herzschlag
- Nächtlicher Harndrang
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Husten
Ursachen
- Koronare Herzkrankheit und ein durchgemachter Herzinfarkt
- Bluthochdruck
- Herzklappenerkrankungen
- Herzrhythmusstörungen, etwa Vorhofflimmern
- Entzündungen des Herzmuskels und angeborene Veränderungen des Herzens
- Alkohol, bestimmte Drogen und manche Medikamente, etwa manche Krebsmedikamente
Risikofaktoren
- Typ-2-Diabetes
- Rauchen
- Alkoholkonsum
- Übergewicht (Adipositas)
- Bewegungsmangel
- Bestimmte Krebsmedikamente
- Familiäre Veranlagung für seltene erbliche Herzmuskelerkrankungen
Diagnose
Die Diagnose stützt sich auf die geschilderten Beschwerden und die körperliche Untersuchung, etwa das Abhören von Herz und Lunge. Ein Elektrokardiogramm (EKG) erfasst die elektrische Aktivität und den Rhythmus des Herzens, Blutuntersuchungen liefern weitere Hinweise. Die Echokardiografie (Ultraschall des Herzens) zeigt, wie gut das Herz pumpt und wie die Herzklappen arbeiten, und ist damit zentral für die Diagnose.
Behandlung
- Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, etwa eines Bluthochdrucks oder einer Herzklappenerkrankung
- Betablocker
- ACE-Hemmer
- Diuretika (entwässernde Medikamente)
- Herzsport-Programme mit Ausdauer- und Krafttraining, angepasst an die individuelle Belastbarkeit
- Bei fortgeschrittener Erkrankung: implantierbare Geräte wie ein Defibrillator (ICD) oder ein Gerät zur kardialen Resynchronisationstherapie
- Rauchstopp und wenig bis kein Alkohol
- Flüssigkeitsbeschränkung in fortgeschrittenen Stadien nach ärztlicher Absprache
Vorbeugung
- Nicht rauchen
- Alkohol nur in Maßen trinken
- Körperlich aktiv bleiben, soweit möglich
- Bluthochdruck und andere Risikofaktoren konsequent behandeln lassen
- Rezeptfreie Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen nur nach Rücksprache einnehmen, da sie die Nieren zusätzlich belasten
- Täglich Gewicht kontrollieren, um Wassereinlagerungen frühzeitig zu bemerken
- Empfohlene Impfungen wahrnehmen, etwa gegen Grippe, COVID-19 und Pneumokokken
Wann zum Arzt?
Bei anhaltender Atemnot, ungewöhnlicher Erschöpfung oder neu auftretenden Wassereinlagerungen an Beinen oder Füßen sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden. Verschlechtert sich die Atemnot plötzlich stark, tritt sie bereits bei geringster Anstrengung oder in Ruhe auf, oder kommt es zu schäumendem Auswurf und Atemnot im Liegen, ist das ein Alarmzeichen für eine akute Verschlechterung (Lungenödem) – dann sofort ärztliche Notfallhilfe rufen.
Quellen
- 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Herzschwäche, gesund.bund.de. gesund.bund.de/herzschwaeche
- 2IQWiG: Herzschwäche, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/herzschwaeche.html
- 3BfArM: ICD-10-GM Version 2026, I50 – Herzinsuffizienz.
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.