ErkrankungenICD-10: K58Leicht

    Reizdarmsyndrom (RDS)

    Das Reizdarmsyndrom ist eine häufige, chronische Funktionsstörung des Darms mit Bauchschmerzen und verändertem Stuhlgang – und das, obwohl der Darm organisch gesund ist.

    Reizdarmsyndrom (RDS)

    Was ist das Reizdarmsyndrom?

    Beim Reizdarmsyndrom (auch „nervöser Darm" oder Reizkolon genannt) ist die Verdauung dauerhaft gestört, obwohl sich am Darm keine krankhaften Schäden nachweisen lassen. Die Beschwerden bestehen länger als drei Monate und schränken die Lebensqualität ein.

    Wie häufig ist es?

    Schätzungen zufolge sind etwa 10 bis 20 von 100 Menschen betroffen. Frauen erkranken etwa doppelt so oft wie Männer. Meist treten die Beschwerden erstmals zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auf.

    Wie entsteht es?

    Fachleute vermuten ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: überempfindliche Darmnerven, eine gestörte Bewegung der Darmmuskulatur, Veränderungen der Darmflora und leichte Entzündungen der Darmwand. Auch nach einem Magen-Darm-Infekt oder einer Antibiotika-Einnahme kann sich ein Reizdarm entwickeln. Der Verlauf ist meist chronisch und wechselt zwischen beschwerdearmen Phasen und Schüben.

    Symptome

    • Bauch- oder Unterleibsschmerzen und Krämpfe
    • Verstopfung (bei Frauen häufiger)
    • Durchfall (bei Männern häufiger)
    • Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall
    • Blähungen und Völlegefühl
    • Schleim im Stuhl

    Ursachen

    • Überempfindliche Darmnerven
    • Gestörte Bewegung der Darmmuskulatur
    • Veränderungen der Darmflora
    • Leichte Entzündungen der Darmwand
    • Vorausgegangene Magen-Darm-Infekte oder Antibiotika-Einnahme
    • Psychische Belastung und Stress

    Risikofaktoren

    • Weibliches Geschlecht (etwa doppelt so häufig betroffen)
    • Erstes Auftreten meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr
    • Frühere Magen-Darm-Infektion mit Fieber und starkem Durchfall
    • Antibiotika-Einnahme
    • Mögliche familiäre (genetische) Veranlagung
    • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

    Diagnose

    Die Diagnose wird gestellt, wenn die Beschwerden länger als drei Monate anhalten, der Stuhlgang verändert ist und die Lebensqualität darunter leidet. Vor allem geht es darum, andere Erkrankungen auszuschließen – etwa chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, eine Divertikulitis, Gallensteine oder Darmkrebs. Dazu dienen ein Arztgespräch, eine körperliche Untersuchung, Blut- und Stuhltests und bei Bedarf eine Darmspiegelung.

    Behandlung

    • Regelmäßige körperliche Bewegung
    • Ausgewogene Ernährung und kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten
    • Ernährungstagebuch führen, um Auslöser zu erkennen
    • Pfefferminzöl
    • Probiotika
    • Krampflösende Mittel (Spasmolytika) bei Bauchkrämpfen
    • Abführmittel bei Verstopfung
    • Antidepressiva sowie Verhaltenstherapie oder Hypnotherapie bei starker Belastung

    Wann zum Arzt?

    Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn die Beschwerden anhalten und Sie belasten. Warnzeichen, die dringend abgeklärt werden müssen, sind ungewollter Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber und auffällige Blässe – sie können auf eine andere Erkrankung hindeuten.

    Quellen

    1. 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Reizdarmsyndrom: Symptome und Behandlung, gesund.bund.de. gesund.bund.de/reizdarmsyndrom
    2. 2IQWiG: Reizdarmsyndrom, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/reizdarmsyndrom.html
    3. 3BfArM: ICD-10-GM, Code K58 – Reizdarmsyndrom.

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    Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.