Schlafapnoe
Bei der Schlafapnoe kommt es im Schlaf wiederholt zu Atemaussetzern, meist weil die Atemwege im Rachen kollabieren. Betroffene sind trotz ausreichend Schlaf tagsüber oft stark erschöpft.

Was ist Schlafapnoe?
Bei der obstruktiven Schlafapnoe – der häufigsten Form – erschlafft die Muskulatur der oberen Atemwege im Schlaf so stark, dass sich der Rachen verengt oder vorübergehend blockiert. Die Folge sind wiederholte Atemaussetzer von mehr als 10 Sekunden Dauer sowie Phasen mit spürbar flacherer Atmung (Hypopnoe).
Wie häufig ist Schlafapnoe?
Schätzungen zufolge sind etwa 3 Prozent der Frauen und etwa 5 Prozent der Männer von einer obstruktiven Schlafapnoe betroffen; andere Schätzungen gehen von bis zu 10 Prozent der Erwachsenen aus. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, und das Erkrankungsrisiko nimmt ab dem 45. Lebensjahr stetig zu.
Wie wirkt sich Schlafapnoe auf den Körper aus?
Die wiederholten Atemaussetzer stören den Schlaf, ohne dass Betroffene meist davon aufwachen. Das führt zu ausgeprägter Tagesmüdigkeit und kann auf Dauer das Herz-Kreislauf-System belasten: Menschen mit Schlafapnoe haben häufiger Bluthochdruck und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen. Auch depressive Verstimmungen durch die schlechte Schlafqualität sind möglich.
Symptome
- Lautes, unregelmäßiges Schnarchen
- Atemaussetzer von mehr als 10 Sekunden, die andere bemerken
- Nächtliches Schwitzen und häufiges nächtliches Wasserlassen
- Plötzliches Aufwachen mit Herzrasen und Luftnot
- Trockener Mund beim Aufwachen
- Starke Müdigkeit und Konzentrationsstörungen am Tag
- Kopfschmerzen am Morgen
- Sekundenschlaf, etwa bei sitzenden Tätigkeiten
Ursachen
- Erschlaffung der Atemmuskulatur im Schlaf mit Verengung oder Blockade des Rachens
- Anatomische Besonderheiten wie vergrößerte Mandeln, ein kleiner Unterkiefer oder eine ungewöhnliche Zungen- oder Gaumensegelposition
- Gestörte Nasenatmung
- Rückenlage beim Schlafen begünstigt die Atemaussetzer
Risikofaktoren
- Starkes Übergewicht
- Alter ab 45 Jahren
- Männliches Geschlecht
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Einnahme von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln
Diagnose
Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch zu Beschwerden und Lebensgewohnheiten sowie eine körperliche Untersuchung. Ein tragbares Messgerät kann zu Hause Atmung, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Schnarchen und Körperlage aufzeichnen. Bei Auffälligkeiten folgt eine oder mehrere Nächte im Schlaflabor (Polysomnographie), wo zusätzlich Augen- und Beinbewegungen sowie Hirnströme erfasst und genau dokumentiert wird, wie oft und wie lange die Atemaussetzer dauern.
Behandlung
- CPAP-Therapie (kontinuierlicher Atemwegsüberdruck) gilt als wirksamste Behandlung: Über eine Atemmaske wird nachts leichter Überdruck in die Atemwege gepumpt, der die oberen Atemwege offen hält
- Mögliche Nebenwirkungen der CPAP-Therapie sind trockener Hals sowie eine gereizte oder verstopfte Nase; viele Betroffene gewöhnen sich mit der Zeit daran
- Gewichtsabnahme kann bei Übergewicht die Schlafapnoe lindern
- Lagerungshilfen, die die Rückenlage im Schlaf vermeiden helfen
- Unterkieferschienen
- Operative Verfahren in bestimmten Fällen
- Medikamente spielen derzeit kaum eine Rolle; zugelassen sind lediglich Mittel gegen die Tagesschläfrigkeit
Vorbeugung
- Normalgewicht halten beziehungsweise bei Übergewicht abnehmen
- Übermäßigen Alkoholkonsum sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel meiden
- Rückenlage beim Schlafen vermeiden
Wann zum Arzt?
Lassen Sie lautes Schnarchen mit beobachteten Atemaussetzern und ausgeprägter Tagesmüdigkeit ärztlich abklären, besonders wenn es zu Sekundenschlaf kommt. Halten Atemstörungen und Beschwerden an, sollten sie ärztlich untersucht werden, da eine unbehandelte Schlafapnoe das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht.
Quellen
- 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Obstruktive Schlafapnoe (OSA), gesund.bund.de. gesund.bund.de/obstruktive-schlafapnoe-osa
- 2IQWiG: Obstruktive Schlafapnoe, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/obstruktive-schlafapnoe.html
- 3BfArM: ICD-10-GM Version 2026, G47.3 – Schlafapnoe.
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.