Citalopram
Wirkstoff: Citalopram
Citalopram ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und wird zur Behandlung depressiver Episoden eingesetzt. Es erhöht die Verfügbarkeit des Botenstoffs Serotonin im Gehirn.
Wichtige Warnhinweise
- ✕Bei Beendigung der Behandlung sollte die Dosis über mindestens 1–2 Wochen schrittweise reduziert werden, um Absetzsymptome (Schwindel, Kribbeln/Parästhesien, Schlafstörungen, Unruhe, Übelkeit, Zittern, Reizbarkeit) zu vermeiden.
- ✕In den ersten Behandlungswochen und nach Dosisänderungen kann das Risiko für Suizidgedanken erhöht sein; Metaanalysen zeigen dieses erhöhte Risiko insbesondere bei Patienten unter 25 Jahren – in dieser Phase ist eine engmaschige ärztliche Überwachung erforderlich.
- ✕Citalopram kann das QT-Intervall dosisabhängig verlängern; es wurden Fälle von Torsade de pointes berichtet, insbesondere bei Frauen und Patienten mit Hypokaliämie oder vorbestehender QT-Verlängerung – deshalb gelten reduzierte Höchstdosen für ältere Patienten.
- ✕Serotonin-Syndrom möglich, vor allem bei Kombination mit anderen serotonerg wirkenden Arzneimitteln.
- ✕Nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren zugelassen.
- ✕Risiko einer Hyponatriämie, insbesondere bei älteren Patienten.
- ✕Erhöhte Blutungsneigung möglich (u. a. Ekchymosen, gynäkologische und gastrointestinale Blutungen).
Anwendungsgebiete & Nutzen
Wofür dieses Medikament häufig eingesetzt wird
- Depression (depressive Episoden / Major Depression)
Dosierung & Anwendung
Typische Dosierung
Erwachsene (nach ärztlicher Verordnung): Einzeldosis von 20 mg täglich, morgens oder abends, unabhängig von den Mahlzeiten; je nach individuellem Ansprechen Erhöhung auf maximal 40 mg täglich möglich. Bei Patienten über 65 Jahren wird die Dosis auf die Hälfte der üblichen Dosis gesenkt (z. B. 10–20 mg täglich); die empfohlene Höchstdosis für ältere Patienten liegt bei 20 mg täglich. Bei eingeschränkter Leberfunktion oder verringerter CYP2C19-Verstoffwechselung Anfangsdosis 10 mg täglich für die ersten zwei Wochen, danach höchstens 20 mg täglich. Ein Behandlungserfolg ist frühestens nach 2 Wochen zu erwarten. Quelle: Fachinformation Citalopram AbZ 20 mg/40 mg Filmtabletten (Stand Dezember 2024).
Anwendungshinweise
Filmtablette einmal täglich, morgens oder abends, mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen – unabhängig von den Mahlzeiten. Die Behandlung nicht eigenmächtig, sondern nur nach ärztlicher Rücksprache und schrittweise über mehrere Wochen beenden.
Aufbewahrung
In der Originalverpackung und für Kinder unzugänglich aufbewahren. Genaue Lagerungshinweise sind der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats zu entnehmen.
Mögliche Nebenwirkungen
Nicht jeder erlebt diese Nebenwirkungen. Bei anhaltenden Symptomen konsultieren Sie Ihren Arzt.
- Sehr häufig: Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Zittern (Tremor), Mundtrockenheit, Übelkeit, Schwitzen, Schwäche
- Häufig: Unruhe/Agitiertheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Angst, Nervosität, Verwirrtheit, Konzentrationsstörungen, Orgasmusstörungen bei Frauen, Geschmacksstörungen, Schwindel, Herzrasen, Blutdruckabfall, Durchfall, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Erektions- und Ejakulationsstörungen
Wechselwirkungen
Dieses Medikament kann mit folgenden Substanzen interagieren
Gegenanzeigen
Verwenden Sie dieses Medikament nicht, wenn Sie eine der folgenden Erkrankungen haben
- ✕Überempfindlichkeit gegen Citalopram
- ✕Gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern (Ausnahme: Selegilin bis 10 mg/Tag) bzw. innerhalb der vorgeschriebenen Karenzzeiten nach deren Absetzen
- ✕Linezolid, außer bei Möglichkeit engmaschiger Überwachung
- ✕Bekannte Verlängerung des QT-Intervalls oder angeborenes Long-QT-Syndrom
- ✕Gleichzeitige Anwendung anderer QT-Zeit-verlängernder Arzneimittel
Schwangerschaftskategorie
Citalopram gehört laut Embryotox zu den Mitteln der Wahl unter den SSRI, wenn eine medikamentöse Behandlung einer Depression in der Schwangerschaft notwendig ist; Daten zu über 100.000 SSRI-exponierten Schwangerschaften zeigen insgesamt kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Bei Einnahme bis zur Geburt können beim Neugeborenen vorübergehende Anpassungsstörungen auftreten (bei ca. 2–3 von 10 exponierten Kindern), meist innerhalb der ersten 48 Stunden, die sich innerhalb von 1–2 Wochen zurückbilden. Stillen ist unter einer Citalopram-Therapie laut Embryotox möglich; der Säugling sollte auf Symptome wie Trinkschwäche oder Unruhe beobachtet werden, bei Neueinstellung in der Stillzeit wird teils Sertralin bevorzugt. Quelle: embryotox.de.
Kurzinformation
Handelsnamen
Wirkstoffe
Verfügbare Formen
Kategorie
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- 1Fachinformation Citalopram AbZ 20 mg/40 mg Filmtabletten (SmPC), Stand Dezember 2024, Version 7 www.fachinfo.de/fi/pdf/008440/citalopram-abz-20-40-mg-filmtabletten
- 2Gelbe Liste: Citalopram (Wirkstoff) www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Citalopram_25633
- 3Embryotox, Charité – Universitätsmedizin Berlin: Citalopram www.embryotox.de/arzneimittel/details/ansicht/medikament/citalopram
Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und sollten nicht als Ersatz für professionelle medizinische Beratung verwendet werden. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.