Rezeptfrei

    Dimenhydrinat

    Wirkstoff: Dimenhydrinat

    Dimenhydrinat ist ein rezeptfreies Antihistaminikum der 1. Generation, das zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit, Erbrechen und Reisekrankheit (Kinetose) eingesetzt wird. Es wirkt ausgeprägt sedierend.

    Wichtige Warnhinweise

    • Macht müde und beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit sowie die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.
    • Nicht zusammen mit Alkohol einnehmen – die Wirkung von Dimenhydrinat kann dadurch unvorhersehbar verändert und verstärkt werden.
    • Nur zur kurzzeitigen Anwendung vorgesehen; bei anhaltenden Beschwerden spätestens nach 2 Wochen ärztlich abklären lassen.
    • Bei plötzlichem Absetzen nach längerer täglicher Anwendung können vorübergehend Schlafstörungen auftreten – Dosis deshalb schrittweise verringern.
    • Bei über die Kurzzeitbehandlung hinausgehender Anwendung ist die Entwicklung einer Medikamentenabhängigkeit nicht auszuschließen.

    Anwendungsgebiete & Nutzen

    Wofür dieses Medikament häufig eingesetzt wird

    • Reisekrankheit (Kinetose), vorbeugend und akut
    • Übelkeit und Erbrechen unterschiedlicher Ursache
    • Schwindel

    Dosierung & Anwendung

    Typische Dosierung

    Erwachsene und Jugendliche über 14 Jahre (über 56 kg Körpergewicht, rezeptfrei): 1- bis 4-mal täglich 1–2 Dragees (entsprechend 50–400 mg Dimenhydrinat täglich), jedoch nicht mehr als 400 mg pro Tag; als Faustregel gilt eine maximale Tagesdosis von 5 mg pro kg Körpergewicht. Zwischen zwei Einnahmen mindestens 6 Stunden Abstand einhalten; zur Vorbeugung der Reisekrankheit erste Einnahme ca. 30–60 Minuten vor Reisebeginn. Quelle: Fachinformation Vomex A® Dragees (Stand Dezember 2020).

    Anwendungshinweise

    Dragees unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit einnehmen. Zur Vorbeugung von Reisekrankheit ca. 30–60 Minuten vor Reisebeginn einnehmen; bei Übelkeit/Erbrechen bei Bedarf in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt (mindestens 6 Stunden zwischen den Einnahmen).

    Aufbewahrung

    Nicht über 25 °C lagern. Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

    Mögliche Nebenwirkungen

    Nicht jeder erlebt diese Nebenwirkungen. Bei anhaltenden Symptomen konsultieren Sie Ihren Arzt.

    • Sehr häufig: Schläfrigkeit (Somnolenz), Kopfschmerzen, Benommenheit
    • Häufig: Sedierung, erweiterte Pupillen (Mydriasis), Herzrasen (Tachykardie), verstopfte Nase, Mundtrockenheit, Muskelschwäche, Störungen bei der Blasenentleerung
    • Gelegentlich: eingeschränktes Erinnerungsvermögen, Gleichgewichts- und Konzentrationsstörungen, Verwirrtheitszustand, Verstopfung
    • Selten/nicht bekannt: Halluzinationen, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, Verlängerung des QT-Intervalls im EKG

    Wechselwirkungen

    Dieses Medikament kann mit folgenden Substanzen interagieren

    Andere zentral dämpfende Arzneimittel (Psychopharmaka, Hypnotika, Sedativa, starke Schmerzmittel, Narkosemittel): gegenseitige WirkverstärkungAndere anticholinerg wirkende Arzneimittel (z. B. Atropin, Biperiden, trizyklische Antidepressiva): verstärkte anticholinerge WirkungMAO-Hemmer: nicht gleichzeitig anwenden – Risiko einer lebensbedrohlichen Darmlähmung, Harnverhalt und erhöhtem AugeninnendruckQT-Zeit-verlängernde Arzneimittel (bestimmte Antiarrhythmika, Antibiotika, Malariamittel, Neuroleptika): Kombination vermeidenBlutdrucksenkende Arzneimittel: verstärkte Müdigkeit bzw. verstärkte blutdrucksenkende WirkungAlkohol: unvorhersehbare Verstärkung der Wirkung von Dimenhydrinat

    Gegenanzeigen

    Verwenden Sie dieses Medikament nicht, wenn Sie eine der folgenden Erkrankungen haben

    • Überempfindlichkeit gegen Dimenhydrinat oder andere Antihistaminika
    • Kinder unter 6 Jahren oder unter 30 kg Körpergewicht (Dragees)
    • Akuter Asthmaanfall
    • Engwinkelglaukom
    • Phäochromozytom
    • Porphyrie
    • Prostatahypertrophie mit Restharnbildung
    • Krampfanfälle (Epilepsie, Eklampsie)
    • Herzrhythmusstörungen (z. B. langes QT-Syndrom, Wolff-Parkinson-White-Syndrom)

    Schwangerschaftskategorie

    Laut Embryotox darf Dimenhydrinat bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft angewendet werden; bevorzugte, besser untersuchte Alternativen sind Doxylamin (mit Pyridoxin) oder Meclozin. Die Fachinformation rät zusätzlich davon ab, Dimenhydrinat in den letzten Schwangerschaftswochen einzunehmen, da es vorzeitige Wehen auslösen kann. In der Stillzeit ist eine Anwendung für einige Tage laut Embryotox akzeptabel; die Fachinformation selbst führt hierzu keine ausreichenden Erfahrungswerte an. Quelle: embryotox.de; Fachinformation Vomex A® Dragees (Stand Dezember 2020).

    Kurzinformation

    Handelsnamen

    Vomex AVertigo-VomexVomacur

    Wirkstoffe

    Dimenhydrinat

    Verfügbare Formen

    DrageeRetardkapselZäpfchenSirup

    Kategorie

    Mittel gegen Übelkeit und ReisekrankheitAntihistaminikum / Antiemetikum (H1-Antihistaminikum der 1. Generation)

    Häufig gestellte Fragen

    Quellen

    1. 1Fachinformation Vomex A® Dragees 50 mg (SmPC), Klinge Pharma GmbH, Stand Dezember 2020 www.fachinfo.de/fi/pdf/009305
    2. 2Gelbe Liste: Dimenhydrinat (Wirkstoff) www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Dimenhydrinat_2915
    3. 3PatientenInfo-Service: Vomex A Sirup (Gebrauchsinformation) www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/uv/vomex-a-sirup
    4. 4Embryotox, Charité – Universitätsmedizin Berlin: Dimenhydrinat www.embryotox.de/arzneimittel/details/ansicht/medikament/dimenhydrinat

    Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und sollten nicht als Ersatz für professionelle medizinische Beratung verwendet werden. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.