Rezeptfrei

    Macrogol (Abführmittel)

    Wirkstoff: Macrogol (Polyethylenglykol, PEG)

    Macrogol (Polyethylenglykol) ist ein osmotisch wirkendes Abführmittel. Es bindet Wasser im Darm, vergrößert dadurch das Stuhlvolumen und erweicht den Stuhl, ohne selbst in nennenswertem Umfang resorbiert zu werden. Es wird zur Behandlung von Verstopfung bei Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Patienten eingesetzt.

    Wichtige Warnhinweise

    • Bei Anzeichen von Flüssigkeits- oder Elektrolytverschiebungen (Schwellungen v. a. der Fußknöchel, Schwächegefühl, Müdigkeit, verstärkter Durst mit Kopfschmerzen) oder Herzproblemen die Einnahme abbrechen und sofort ärztlichen Rat einholen
    • Während der Einnahme weiterhin ausreichend zusätzliche Flüssigkeit trinken – die im Präparat enthaltene Flüssigkeitsmenge ersetzt nicht die reguläre Flüssigkeitszufuhr
    • Die Anwendungsdauer bei Verstopfung sollte in der Regel nicht länger als 2 Wochen betragen, außer nach ärztlicher Rücksprache (z. B. bei anhaltender Verstopfung, Morbus Parkinson, Multipler Sklerose oder Dauertherapie mit verstopfungsfördernden Medikamenten wie Opioiden)
    • Enthält Kalium – bei eingeschränkter Nierenfunktion oder kaliumarmer Diät berücksichtigen, wenn mehr als 1 Beutel täglich eingenommen wird
    • Enthält Natrium – bei kochsalzarmer Diät und dauerhafter Einnahme von 3 Beuteln täglich ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen
    • Nicht für Kinder unter 12 Jahren empfohlen – hierfür stehen andere Produkte zur Verfügung

    Anwendungsgebiete & Nutzen

    Wofür dieses Medikament häufig eingesetzt wird

    • Verstopfung (chronische Obstipation)
    • Erleichterung der Stuhlentleerung

    Dosierung & Anwendung

    Typische Dosierung

    Erwachsene, Jugendliche ab 12 Jahren und ältere Patienten: rezeptfrei 1- bis 3-mal täglich 1 Beutel je nach individuellem Bedarf (maximal 3 Beutel/Tag), jeweils aufgelöst in ca. 125 ml Wasser. Die Anwendungsdauer bei einfacher Verstopfung sollte in der Regel 2 Wochen ohne ärztliche Rücksprache nicht überschreiten. Quelle: Gebrauchsinformation Macrogol-ratiopharm Balance Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen, Stand Mai 2025.

    Anwendungshinweise

    Den Beutelinhalt in ein Glas geben, mit ca. 125 ml Wasser auffüllen und umrühren, bis sich das Pulver vollständig aufgelöst hat und die Lösung klar oder leicht trüb ist. Die Lösung kann jederzeit, unabhängig von den Mahlzeiten, getrunken werden. Auf ausreichende zusätzliche Flüssigkeitszufuhr über den Tag achten.

    Aufbewahrung

    Nicht über 25 °C lagern. Für Kinder unzugänglich aufbewahren. Bereits zubereitete, nicht sofort getrunkene Lösung abgedeckt im Kühlschrank (2–8 °C) lagern und innerhalb von 24 Stunden aufbrauchen. Quelle: Gebrauchsinformation Macrogol-ratiopharm Balance.

    Mögliche Nebenwirkungen

    Nicht jeder erlebt diese Nebenwirkungen. Bei anhaltenden Symptomen konsultieren Sie Ihren Arzt.

    • Häufig (allgemeine Wirkstoffangabe): Juckreiz, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Blähungen, periphere Ödeme
    • Nicht bekannt (Gebrauchsinformation Macrogol-ratiopharm Balance): Darmgeräusche, Beschwerden im Analbereich, Blähbauch, Verdauungsstörungen, geschwollene Hände/Füße/Knöchel
    • Nicht bekannt: Veränderungen im Flüssigkeits- oder Elektrolythaushalt (erhöhte oder erniedrigte Kaliumspiegel, erniedrigte Natriumspiegel)
    • Durchfall zu Beginn der Einnahme, der sich in der Regel bei Dosisreduktion bessert

    Wechselwirkungen

    Dieses Medikament kann mit folgenden Substanzen interagieren

    Kann die Wirksamkeit gleichzeitig eingenommener Arzneimittel verringern, z. B. Antiepileptika – andere Arzneimittel daher nicht gleichzeitig, sondern mit mindestens 1 Stunde Abstand vor bzw. nach Macrogol einnehmenKann bei Schluckstörungen der Wirkung von Verdickungsmitteln für Flüssigkeiten entgegenwirken

    Gegenanzeigen

    Verwenden Sie dieses Medikament nicht, wenn Sie eine der folgenden Erkrankungen haben

    • Überempfindlichkeit gegen Macrogol 3350, Natriumchlorid, Natriumhydrogencarbonat, Kaliumchlorid oder sonstige Bestandteile
    • Perforierte Darmwand
    • Darmblockade (Darmverschluss, Ileus)
    • Schwere entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, toxisches Megakolon)

    Schwangerschaftskategorie

    Macrogol gilt laut Embryotox (Charité) als Mittel der Wahl in der Schwangerschaft (grüne Bewertung) und kann in allen Stadien der Schwangerschaft eingenommen werden: Aufgrund des hohen Molekulargewichts wird Macrogol im Darm praktisch nicht resorbiert, eine relevante fetale Exposition ist daher unwahrscheinlich; über 20 Jahre Anwendungserfahrung ohne Hinweis auf ein teratogenes Risiko, auch wenn kontrollierte Studien fehlen. Auch laut Gebrauchsinformation kann Macrogol-ratiopharm Balance während Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden. In der Stillzeit zählt Macrogol laut Embryotox zu den Laxanzien der Wahl – minimale Resorption bedeutet einen vernachlässigbaren Übergang in die Muttermilch ohne berichtete Nebenwirkungen beim gestillten Kind. Quelle: embryotox.de, Gebrauchsinformation Macrogol-ratiopharm Balance.

    Kurzinformation

    Handelsnamen

    MovicolMacrogol-ratiopharm BalanceLaxbeneLaxofalk

    Wirkstoffe

    Macrogol 3350

    Verfügbare Formen

    Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen (Beutel)Trinkfertige Lösung

    Kategorie

    AbführmittelOsmotisches Laxans

    Häufig gestellte Fragen

    Quellen

    1. 1Gebrauchsinformation Macrogol-ratiopharm Balance Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen, Stand Mai 2025 www.ratiopharm.de/assets/products/de/pkg_insert/Macrogol-ratiopharm%20Balance%20Pulver%20zur%20Herstellung%20einer%20Losung%20zum%20Einnehmen%20-%207.pdf?pzn=6553094
    2. 2Gelbe Liste: Macrogol (Wirkstoff) www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Macrogol_10190
    3. 3Embryotox, Charité – Universitätsmedizin Berlin: Macrogol www.embryotox.de/arzneimittel/details/ansicht/medikament/macrogol

    Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und sollten nicht als Ersatz für professionelle medizinische Beratung verwendet werden. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.