ErkrankungenICD-10: M15–M19Mittelschwer

    Arthrose

    Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung: Der schützende Knorpel in den Gelenken wird nach und nach dünner und rauer. Das führt zu Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit – am häufigsten in Knie, Hüfte und Fingern.

    Arthrose

    Was ist Arthrose?

    Arthrose ist ein Gelenkverschleiß, bei dem der Knorpel zwischen den Knochen dünner und rauer wird. Der Knorpel wirkt normalerweise wie ein Stoßdämpfer. Wird er abgebaut, reiben die Knochen stärker aneinander. Mit der Zeit verändern sich auch Knochen, Gelenkkapsel, Bänder und Muskeln.

    Wie häufig ist Arthrose?

    Arthrose entwickelt sich meist nach dem 40. Lebensjahr und wird mit steigendem Alter häufiger. In einer großen deutschen Befragung gaben rund 4 Prozent der Erwachsenen an, in den letzten 12 Monaten wegen einer Kniearthrose behandelt worden zu sein, jeweils etwa 2 Prozent wegen Hüft- oder Fingerarthrose. Am häufigsten betroffen sind Knie (Gonarthrose), Hüfte (Coxarthrose) und Finger.

    Wie entsteht Arthrose?

    Im Gelenk laufen ständig Auf- und Abbauvorgänge ab. Bei Arthrose überwiegt der Abbau: Es werden zum Beispiel vermehrt Entzündungsstoffe und Enzyme freigesetzt, die den Knorpel angreifen. Der Gelenkspalt wird enger, und es können sich knöcherne Anbauten (Osteophyten) bilden. Wie eine Arthrose verläuft, lässt sich nicht sicher vorhersagen.

    Symptome

    • Schmerzen, die anfangs vor allem bei Belastung des Gelenks auftreten
    • Anlaufschmerz und Steifigkeit nach Ruhe, die sich bei Bewegung bessern
    • Morgensteifigkeit, meist unter 30 Minuten
    • Geschwollene Gelenke, die sich fest und nicht ungewöhnlich warm anfühlen
    • Eingeschränkte Beweglichkeit und Belastbarkeit
    • In fortgeschrittenen Stadien auch Schmerzen in Ruhe

    Ursachen

    • Ein Ungleichgewicht im Gelenkstoffwechsel, bei dem die Abbauvorgänge überwiegen
    • Freisetzung von Entzündungsstoffen und Enzymen, die den Knorpel angreifen
    • Dünner werdender, rissiger Knorpel und ein schmaler werdender Gelenkspalt
    • Mit der Zeit auch Veränderungen an Knochen, Gelenkkapsel, Bändern und Muskeln

    Risikofaktoren

    • Höheres Lebensalter (meist ab dem 40. Lebensjahr)
    • Frühere Gelenkverletzungen wie Kreuzbandriss, Meniskusschaden oder Knochenbrüche
    • Starkes Übergewicht, vor allem für tragende Gelenke wie Knie und Hüfte
    • Anatomische Fehlstellungen wie X- oder O-Beine
    • Schwere körperliche Arbeit mit wiederkehrender Gelenkbelastung

    Diagnose

    Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt anhand der typischen Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Eine Röntgenaufnahme kann typische Veränderungen zeigen, etwa einen schmalen Gelenkspalt oder knöcherne Anbauten. Bei untypischen Beschwerden können Blutuntersuchungen oder eine Kernspintomografie (MRT) helfen, andere Erkrankungen wie eine rheumatoide Arthritis auszuschließen.

    Behandlung

    • In Bewegung bleiben – regelmäßige Bewegung und gezieltes Training gelten als wichtigste Maßnahme
    • Gewichtsabnahme bei Übergewicht, um tragende Gelenke zu entlasten
    • Physiotherapie und bei Hand- oder Fingerarthrose auch Ergotherapie
    • Hilfsmittel wie Gehstöcke, Griffverstärkungen oder geeignetes Schuhwerk
    • Entzündungshemmende Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen, Diclofenac) nach Bedarf und in der geringsten wirksamen Dosierung
    • Schmerzgele zum Auftragen auf die Haut
    • Kortison-Spritzen ins Gelenk (nur begrenzt und nicht dauerhaft wiederholen)
    • Bei fortgeschrittener Arthrose ein künstlicher Gelenkersatz (Endoprothese)

    Vorbeugung

    • Ein normales Körpergewicht anstreben, um Knie- und Hüftgelenke zu entlasten
    • Regelmäßige Bewegung zur Kräftigung der gelenkstützenden Muskulatur
    • Gelenkverletzungen vorbeugen und nach Verletzungen gut ausheilen lassen

    Wann zum Arzt?

    Bei anhaltenden oder zunehmenden Gelenkschmerzen, Steifigkeit oder eingeschränkter Beweglichkeit sollten Sie ärztlichen Rat einholen – je früher, desto besser lassen sich die Beschwerden behandeln. Ein plötzlich stark geschwollenes, gerötetes und überwärmtes Gelenk, Fieber oder starke Ruheschmerzen sind Warnzeichen, die rasch abgeklärt werden sollten, da dahinter eine akute Gelenkentzündung stecken kann.

    Quellen

    1. 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Arthrose, gesund.bund.de. gesund.bund.de/arthrose
    2. 2IQWiG: Arthrose, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/arthrose.html
    3. 3BfArM: ICD-10-GM Version 2026, M15–M19 – Arthrose.

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