Diclofenac
Wirkstoff: Diclofenac
Diclofenac ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) mit stark entzündungshemmender, schmerzstillender und fiebersenkender Wirkung. Es wird bei akuten und chronischen Schmerzen, Entzündungen und rheumatischen Erkrankungen angewendet – oral, als Zäpfchen oder äußerlich als Gel.
Wichtige Warnhinweise
- ✕Erhöhtes Risiko für arterielle thrombotische Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall) – die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten Zeitraum anwenden
- ✕Bei erheblichen kardiovaskulären Risikofaktoren (Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) nur nach sorgfältiger Abwägung beginnen
- ✕Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen
- ✕Systemische orale Formen ab 50 mg sind verschreibungspflichtig; niedrig dosierte Tabletten (bis 25 mg) und Gel sind rezeptfrei
- ✕Im letzten Schwangerschaftsdrittel (ab Schwangerschaftswoche 28) kontraindiziert
Anwendungsgebiete & Nutzen
Wofür dieses Medikament häufig eingesetzt wird
- Schmerzen
- Entzündungen
- Arthritis
- Gichtanfall
- rheumatische Beschwerden
Dosierung & Anwendung
Typische Dosierung
Erwachsene (oral): 50–150 mg pro Tag, verteilt auf 2–3 Einzeldosen; maximale Tagesdosis 150 mg. Retardform: 100 mg einmal täglich oder 75 mg zweimal täglich. Immer die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten Zeitraum. Niedrig dosierte Tabletten (bis 25 mg) und das Gel sind rezeptfrei; höhere orale Dosen (ab 50 mg) nur nach ärztlicher Verordnung. Quelle: Gelbe Liste (Wirkstoff Diclofenac, Fachinformationsangaben).
Anwendungshinweise
Orale Formen unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit zu oder nach einer Mahlzeit einnehmen; das Gel dünn auf die betroffene Stelle auftragen. Immer die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten nötigen Zeitraum anwenden.
Aufbewahrung
Für Kinder unzugänglich aufbewahren; die Lagerungshinweise auf der jeweiligen Packung/Gebrauchsinformation beachten.
Mögliche Nebenwirkungen
Nicht jeder erlebt diese Nebenwirkungen. Bei anhaltenden Symptomen konsultieren Sie Ihren Arzt.
- Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
- Peptische Ulzera, Perforationen oder Magen-Darm-Blutungen (manchmal tödlich)
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Erhöhtes Risiko für arterielle thrombotische Ereignisse (z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall), besonders bei hoher Dosis (150 mg/Tag) und Langzeitanwendung
- Bei äußerlicher Anwendung (Gel): lokale Hautreaktionen
Wechselwirkungen
Dieses Medikament kann mit folgenden Substanzen interagieren
Gegenanzeigen
Verwenden Sie dieses Medikament nicht, wenn Sie eine der folgenden Erkrankungen haben
- ✕Überempfindlichkeit gegen Diclofenac oder andere NSAR
- ✕Bestehende oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretene peptische Ulzera oder Magen-Darm-Blutungen
- ✕Herzinsuffizienz (NYHA II–IV), ischämische Herzkrankheit, periphere arterielle Verschlusskrankheit und/oder zerebrovaskuläre Erkrankung
- ✕Schwere Leberfunktionsstörung, schwere Nierenfunktionsstörung
- ✕Letztes Drittel der Schwangerschaft
Schwangerschaftskategorie
Im 1. und 2. Trimenon möglich, jedoch nicht unkritisch oder über mehrere Wochen ohne ärztlichen Rat. Ab Schwangerschaftswoche 28 (letztes Trimenon) kontraindiziert (Risiko für vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus und fetale Nierenschädigung). NSAR der Wahl in der Stillzeit ist Ibuprofen; gelegentliche oder kurzfristige Diclofenac-Einnahme ist ebenfalls akzeptabel (Quelle: embryotox.de).
Kurzinformation
Handelsnamen
Wirkstoffe
Verfügbare Formen
Kategorie
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- 1Gelbe Liste: Diclofenac (Wirkstoff), inkl. Fachinformationsangaben zu Dosierung, Kontraindikationen und Wechselwirkungen www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Diclofenac_277
- 2Gelbe Liste: Rote-Hand-Brief zu Diclofenac (kardiovaskuläre Kontraindikationen) www.gelbe-liste.de/rote-hand-briefe/rote-hand-brief-diclofenac
- 3Embryotox, Charité – Universitätsmedizin Berlin: Diclofenac www.embryotox.de/arzneimittel/details/ansicht/medikament/diclofenac
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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und sollten nicht als Ersatz für professionelle medizinische Beratung verwendet werden. Konsultieren Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker, bevor Sie Medikamente einnehmen.