Neurodermitis (atopisches Ekzem)
Die Neurodermitis ist eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen im Kindesalter. Sie zeigt sich mit trockener Haut und quälendem Juckreiz und verläuft in Schüben.

Was ist Neurodermitis?
Die Neurodermitis (auch atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis) ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, die in Schüben verläuft. Das wichtigste Anzeichen ist starker Juckreiz. Im akuten Schub ist die Haut gerötet und kann nässen; langfristig wird sie trocken, rau und rissig.
Wo tritt der Ausschlag auf?
Die betroffenen Hautstellen ändern sich mit dem Alter. Bei Babys sind vor allem die Wangen und die Außenseiten von Armen und Beinen betroffen, bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eher die Knie- und Ellenbeugen sowie der Hals.
Wie entsteht sie und wie häufig ist sie?
Bei der Neurodermitis ist die natürliche Schutzbarriere der Haut gestört. Eine erbliche Veränderung im Filaggrin-Gen führt dazu, dass die Haut Feuchtigkeit verliert und empfindlicher wird. Etwa 30 bis 40 Prozent der Erkrankungen sind allergisch bedingt. Betroffen sind rund 10 bis 20 Prozent der Kinder, aber nur noch 2 bis 5 Prozent der Erwachsenen. Meist beginnt die Erkrankung im dritten bis sechsten Lebensmonat.
Symptome
- Starker Juckreiz
- Im akuten Schub gerötete, teils nässende Haut mit Bläschen
- Langfristig trockene, raue, rissige und verdickte Haut
- Bei Babys: Ausschlag an Wangen und Außenseiten von Armen und Beinen
- Bei Kindern und Erwachsenen: Knie- und Ellenbeugen sowie Hals
Ursachen
- Gestörte Schutzbarriere der Haut durch Entzündungsreaktionen
- Erbliche Veränderung im Filaggrin-Gen mit Feuchtigkeitsverlust der Haut
- Veränderte Hautflora
- Bei etwa 30 bis 40 Prozent eine allergische Mitbeteiligung
Risikofaktoren
- Neurodermitis oder allergische Erkrankungen in der Familie
- Erbliche Veranlagung (Filaggrin-Genvariante)
- Umweltbelastung und Luftverschmutzung
- Möglicherweise sehr hygienische Lebensumstände (Hygienehypothese)
Diagnose
Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt anhand des typischen, juckenden Ausschlags an den altersabhängigen Körperstellen, der über Monate besteht oder immer wiederkehrt. Andere Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder ein seborrhoisches Ekzem werden ausgeschlossen. Ein Allergietest (Blut- oder Pricktest) kann sinnvoll sein, wenn ein allergischer Auslöser vermutet wird.
Behandlung
- Rückfettende Basispflege, zweimal täglich aufgetragen
- Auslöser und Reizstoffe meiden
- Kortisonsalben (Glukokortikoide) im akuten Schub
- Calcineurin-Hemmer (Tacrolimus, Pimecrolimus) als Alternative
- Proaktive Therapie: kortisonhaltige Creme an zwei Tagen pro Woche zur Vorbeugung von Schüben
- Lichttherapie (UV-Licht) bei schweren Verläufen
- Innerlich wirkende, das Immunsystem dämpfende Medikamente bei schweren Fällen
Vorbeugung
- Sicher wirksame Maßnahmen zur Vorbeugung sind bislang nicht bekannt
- Stillen könnte das Risiko möglicherweise senken (die Belege sind aber nicht eindeutig)
Wann zum Arzt?
Lassen Sie einen anhaltend juckenden Ausschlag ärztlich abklären, um die Ursache zu bestimmen und eine passende Behandlung zu beginnen. Rasch zum Arzt sollten Sie bei Anzeichen einer Hautinfektion – zunehmende Rötung, Nässen oder Krusten (etwa durch Bakterien) oder Bläschen im Gesicht mit Fieber und Krankheitsgefühl (mögliche Herpes-Ausbreitung). Auch sehr ausgedehnte Schübe, die auf die übliche Behandlung nicht ansprechen, gehören ärztlich behandelt.
Quellen
- 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Neurodermitis: Symptome und Behandlung, gesund.bund.de. gesund.bund.de/neurodermitis
- 2IQWiG: Neurodermitis bei Babys, Kleinkindern und Erwachsenen, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/neurodermitis.html
- 3BfArM: ICD-10-GM, Code L20 – Atopisches [endogenes] Ekzem.
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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.