Schuppenflechte (Psoriasis)
Die Schuppenflechte ist eine chronische Hauterkrankung, bei der sich die Hautzellen viel zu schnell erneuern – mit geröteten, silbrig schuppenden Stellen, die in Schüben auftreten.

Was ist Schuppenflechte?
Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung. Typisch sind gerötete, leicht erhabene und stark schuppende Hautstellen (Plaques), die häufig an Ellenbogen, Knien, der Kopfhaut und am Rücken auftreten. Die Erkrankung verläuft in Schüben.
Wie entsteht sie?
Bei der Schuppenflechte richtet sich das Immunsystem gegen die eigene Haut. Dadurch teilen sich die Hautzellen etwa zehnmal schneller als normal: Statt in rund vier Wochen wandern sie in nur vier Tagen an die Hautoberfläche. Die Zellen können nicht schnell genug abgestoßen werden, die Haut verdickt sich und schuppt stark.
Wie häufig ist sie?
In Deutschland sind etwa 2 von 100 Menschen betroffen – mehr als 1,5 Millionen Menschen, Frauen und Männer gleich häufig. Die Veranlagung ist erblich: Ist ein Elternteil betroffen, liegt das Risiko für das Kind bei etwa 15 Prozent, sind beide Eltern betroffen, bei rund 40 Prozent. Die Erkrankung beginnt meist vor dem 40. Lebensjahr, ein zweiter Häufigkeitsgipfel liegt zwischen 50 und 70 Jahren.
Symptome
- Gerötete, silbrig-weiß schuppende und leicht erhabene Hautstellen (Plaques)
- Häufig an Ellenbogen, Knien, Kopfhaut, Rücken und hinter den Ohren
- Juckreiz, besonders im Schub
- Trockene, rissige Haut an Händen und Füßen
- Nagelveränderungen: Tüpfel, Verdickung oder gelblich-braune Verfärbung (Nagelpsoriasis)
- In Hautfalten schuppenarme, gerötete Stellen (Psoriasis inversa)
Ursachen
- Fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems (Autoimmunreaktion)
- Stark beschleunigte Teilung der Hautzellen – sie wandern in 4 statt etwa 4 Wochen an die Hautoberfläche
- Entzündungsbotenstoffe (Zytokine), die die Entzündung auslösen
- Erbliche Veranlagung
Risikofaktoren
- Erbliche Veranlagung (ein Elternteil betroffen etwa 15 %, beide rund 40 %)
- Hautverletzungen wie Kratzer, Tätowierungen oder Piercings
- Sonnenbrand und zu heißes Duschen
- Psychische Belastung und Stress
- Infektionen
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
Diagnose
Die Schuppenflechte erkennen Hautärztinnen und Hautärzte meist an den typischen Hautveränderungen. In unklaren Fällen kann eine Gewebeprobe (Biopsie) der Haut oder des Nagels die Diagnose sichern, etwa um sie von einer Pilzinfektion abzugrenzen. Der Schweregrad richtet sich unter anderem nach dem Anteil der betroffenen Hautfläche: leicht bis etwa 5 Prozent, mittelschwer 5 bis 10 Prozent, schwer über 10 Prozent.
Behandlung
- Rückfettende Basispflege (Cremes, ggf. mit Harnstoff oder Salicylsäure)
- Äußerlich angewendete Kortikosteroide (kortisonhaltige Präparate)
- Vitamin-D3-Analoga zum Auftragen
- Lichttherapie (Phototherapie mit UV-Licht)
- Innerlich wirkende Medikamente bei mittelschwerer bis schwerer Form: Methotrexat, Fumarsäureester, Apremilast, Ciclosporin
- Biologika (gezielt wirkende Antikörper) bei schwerer Schuppenflechte
- Gewichtsabnahme bei Übergewicht
Wann zum Arzt?
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie schuppende, gerötete Hautstellen bemerken, damit die Behandlung früh beginnen kann. Steife oder schmerzende Gelenke können auf eine Psoriasis-Arthritis hindeuten (bei etwa 25 von 100 Betroffenen) und sollten rasch abgeklärt werden, um bleibende Gelenkschäden zu vermeiden. Sehr selten breitet sich die Schuppenflechte über den ganzen Körper aus und geht mit Fieber und Schüttelfrost einher – das ist ein Notfall.
Quellen
- 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Schuppenflechte (Psoriasis): Verlauf und Behandlung, gesund.bund.de. gesund.bund.de/schuppenflechte-psoriasis
- 2IQWiG: Schuppenflechte (Psoriasis), gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/schuppenflechte-psoriasis.html
- 3BfArM: ICD-10-GM, Code L40 – Psoriasis.
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Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.