ErkrankungenICD-10: G43Mittelschwer

    Migräne

    Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden, meist einseitigen und pochenden Kopfschmerzen. Häufig kommen Übelkeit sowie eine Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen hinzu.

    Migräne

    Was ist Migräne?

    Migräne ist mehr als gewöhnliche Kopfschmerzen. Typisch sind anfallartige, oft einseitige Kopfschmerzen, die pochen oder pulsieren und sich durch körperliche Anstrengung verstärken. Ein Anfall dauert unbehandelt zwischen 4 Stunden und 3 Tagen. Bei manchen Menschen kündigt sich der Anfall durch eine sogenannte Aura an – etwa mit Lichtblitzen oder Sehstörungen, die ungefähr eine Stunde anhalten und ohne Folgen wieder verschwinden.

    Wie häufig ist Migräne?

    Migräne ist weit verbreitet: Etwa 14 Prozent der Frauen und rund 7 Prozent der Männer sind betroffen. Auch Kinder können Migräne haben (etwa 4 bis 5 Prozent); bei ihnen stehen manchmal Übelkeit, Erbrechen und Schwindel im Vordergrund, während die Kopfschmerzen fehlen. Weniger als 2 Prozent entwickeln eine chronische Migräne.

    Wie entsteht Migräne?

    Die genauen Ursachen sind nicht abschließend geklärt. Vermutet werden entzündliche Vorgänge an den Blutgefäßen des Gehirns und eine veränderte Schmerzverarbeitung. Die Neigung zu Migräne kann sich im Lauf des Lebens verändern: In der Schwangerschaft bleiben die Anfälle oft aus, und nach den Wechseljahren verschwinden sie bei vielen Frauen.

    Symptome

    • Anfallartige, meist einseitige Kopfschmerzen, die pochen oder pulsieren
    • Verstärkung der Schmerzen durch körperliche Anstrengung
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen
    • Bei manchen eine Aura mit Sehstörungen (Lichtblitze), Kribbeln oder Sprachstörungen (etwa eine Stunde)
    • Bei Kindern häufig Übelkeit, Erbrechen und Schwindel, teils ohne Kopfschmerzen

    Ursachen

    • Die genaue Ursache ist nicht bekannt
    • Vermutlich entzündliche Vorgänge an den Blutgefäßen des Gehirns
    • Eine veränderte Schmerzverarbeitung im Gehirn

    Risikofaktoren

    • Unregelmäßiger Schlafrhythmus
    • Unregelmäßige Essgewohnheiten oder ausgelassene Mahlzeiten
    • Stress und ein hektischer Alltag
    • Bei Frauen die Tage vor der Regelblutung (hormonelle Schwankungen)
    • Art und Umfang der körperlichen Aktivität

    Diagnose

    Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt vor allem im Gespräch: Art, Dauer und Begleiterscheinungen der Kopfschmerzen sowie mögliche Auslöser werden erfragt, dazu kommt eine körperliche Untersuchung. Spezielle Tests für Migräne gibt es nicht; von einer Migräne spricht man erst, wenn die typischen Symptome mindestens fünfmal aufgetreten sind. Bei unklaren Befunden kann eine Kernspintomografie (MRT) des Kopfes sinnvoll sein, um andere Ursachen auszuschließen.

    Behandlung

    • Reizarme Umgebung: ein abgedunkelter, ruhiger Raum sowie kühle Umschläge oder Kühlelemente
    • Rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol oder entzündungshemmende Mittel (Acetylsalicylsäure/ASS, Ibuprofen, Diclofenac)
    • Triptane – speziell gegen Migräne entwickelte Medikamente (z. B. als Tablette, Nasenspray, Zäpfchen oder Schmelztablette)
    • Schmerzmittel und Triptane an höchstens 10 Tagen pro Monat einnehmen, um zusätzliche, medikamentenbedingte Kopfschmerzen zu vermeiden
    • Entspannungsverfahren (z. B. autogenes Training) und regelmäßige körperliche Aktivität wie Joggen
    • Kognitive Verhaltenstherapie
    • Bei häufigen oder schweren Anfällen eine medikamentöse Vorbeugung (Prophylaxe)

    Vorbeugung

    • Ein Migräne-Tagebuch führen, um persönliche Auslöser zu erkennen
    • Einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus einhalten
    • Regelmäßige Mahlzeiten zu festen Zeiten
    • Stress abbauen, zum Beispiel mit Entspannungsverfahren
    • Regelmäßige körperliche Aktivität

    Wann zum Arzt?

    Lassen Sie wiederkehrende Kopfschmerzen ärztlich abklären, bevor Sie sich selbst behandeln – vor allem, wenn die Anfälle sehr stark sind oder Ihren Alltag beeinträchtigen. Sofort ärztliche Hilfe brauchen Sie bei einem plötzlichen, ungewohnt heftigen Kopfschmerz, bei Kopfschmerzen mit Fieber und steifem Nacken, mit Lähmungen, Sprach-, Seh- oder Bewusstseinsstörungen oder nach einem Sturz beziehungsweise Unfall, da dahinter eine ernste Erkrankung stecken kann.

    Quellen

    1. 1Bundesministerium für Gesundheit / IQWiG: Migräne, gesund.bund.de. gesund.bund.de/migraene
    2. 2IQWiG: Migräne, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/migraene.html
    3. 3IQWiG: Medikamente gegen Migräne, gesundheitsinformation.de. www.gesundheitsinformation.de/medikamente-gegen-migraene.html
    4. 4BfArM: ICD-10-GM Version 2026, G43 – Migräne.

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    Medizinischer Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.